READY FOR CLAY? TEIL 2

Eine Serie von TENNIS POINT

MACHE DEINEN ANGRIFF PERFEKT –
MIT DER VORHAND AUS DEM HALBFELD

Es sieht einfach aus. Doch was ist nicht selten das Ergebnis? Ein Schrei voller Frust. Ein Date zwischen Schläger und Platz. Ein Ball, der einem aus dem Netz kommend entgegen rollt. Willkommen in der Welt des kleinen Wahnsinns. Die Vorhand aus dem Halbfeld kann dich in den Wahnsinn treiben – oder deinen Gegner. Deinen Gegner dann, wenn du zuverlässig wie das Klingeln deines Weckers am Morgen die Punkte machst. Platziert. Sicher. Ohne das dein Gegner sehen kann, wohin du die Vorhand spielen wirst.

DIE FAKTOREN, DIE DEINEN GEGNER IN DEN WAHNSINN TREIBEN

Hast du einen Plan für die Vorhand aus dem Halbfeld? Wenn nicht, lies jetzt bitte weiter. Die größte Fehlerquelle für diesen vermeintlich leichten Schlag liegt nämlich in der Planlosigkeit! Du siehst es pro Saison wahrscheinlich 132 mal. Der Ball kommt halbhoch, mit drei km/h in das Halbfeld getorkelt. Spieler A bewegt sich ebenso langsam wie der Ball kommt, zum Ball hin. Während der Ball noch in der Luft ist überlegt Spieler A, welchen Film er am Abend im TV schauen will. Keine drei Sekunden später ärgert sich Spieler A über den leichtesten Fehler im Match. Unterschätze die Vorhand aus dem Halbfeld nicht. Nimm sie ernst. Du musst ebenso Körperspannung aufbauen, wie bei einem schwierigen Schlag von der Grundlinie. Du musst einen tiefen Körperschwerpunkt haben. Du musst den Ball genau anschauen. Du musst dich zum Ball hin bewegen. Nicht auf ihn warten. Kleine Schritte. Du musst gut zum Ball stehen. Schlag den Ball von unten nach oben. Geh über den Ball – mach ein Dach drauf. Triff den Ball über der Höhe der Netzkante. All diese kleinen Puzzleteile werden oft nicht beachtet. Das Puzzle selbst kann so niemals komplett werden.

DAS TAKTISCHE ELEMENT BEI DER VORHAND AUS DEM HALBFELD

Wir haben die technischen Aspekte nun abgearbeitet. Gehen wir rüber zum taktischen Tisch und nehmen Platz. Hast du es mal erlebt, dass es einen Preis für die schnellste Vorhand gab? Nein? Cool, ich auch nicht. Deswegen nehmen wir den Fuß vom Gaspedal. Das Tempo bringt dich nicht ans Ziel. Es ist deine Taktik, die dich zum gewünschten Ergebnis führt. Was ist dein gewünschtes Ergebnis? Bei der Vorhand aus dem Halbfeld gibt es drei Hauptziele:

ein direkter Winner

ein erzwungener Fehler deines Gegners

du machst den Winner mit dem Schlag nach der Vorhand aus dem Halbfeld

Einen langsamen Ball schnell zu machen ist schwerer, als einen schnellen Ball noch schneller zu spielen. Das ist der Grund, warum so viele leichte Fehler bei diesem Schlag passieren. Spiel die Vorhand aus dem Halbfeld mit mehr Spin. Durch den Drall wird der Ball schneller und fieser, wenn er im gegnerischen Feld landet. Du hast weniger Risiko. Dein Gegner größere Probleme. In der Wirtschaft würde man von einer Win-Win-Situation sprechen. Nimm dir bestimmte Zielgebiete vor. David Goffin spielt sehr gern auf die kurze Ecke – dort wo sich T- und Seitenlinie treffen. Ein schwieriger Schlag, der den Gegner aber weit aus dem Feld treibt. Du kannst dein Ziel natürlich weiter nach hinten verlagern. In den Raum zwischen T- und Grundlinie. Versuche nicht zu sehr die Linien treffen zu wollen. Dies erhöht nur dein Risiko. Bedenke: Dein Gegner muss den Ball erstmal wieder gut zurückspielen – eine schwierige Aufgabe.

Fazit: Nimm das Risiko aus diesem vermeintlich leichten Schlag. Achte auf deine Vorbereitung zum Schlag. Unterschätze die Vorhand aus dem Halbfeld nicht. Lege dir einen Plan zurecht, wie du diesen Ball spielen willst. Setze dir definierte Zielgebiete. Versuche nicht Geschwindigkeitsrekorde zu brechen – dies führt dich nicht zum Ziel. Und: Lass den Ball nicht zu tief fallen.

Autor: Marco Kühn

2018-11-23T10:57:17+00:00Nur mal so|